Im Mai sind zwei Beiträge über uns erschienen — ein Portrait im Allgäuer Portraitmagazin und eine Seite in der Allgäuer Zeitung. Beide erzählen dieselbe Geschichte aus zwei Richtungen: die eine über einen Menschen, die andere über die Arbeit, die daraus entstanden ist.
„Wenn sich die Perspektive ändert, entstehen völlig neue Räume"
Das Portrait von Jasmin Lutz beginnt dort, wo Richard Frank herkommt: 28 Jahre auf der Baustelle, Bauleiter im Tief- und Leitungsbau, später Unternehmer im Tiefbau. Er kannte, wie es im Text heißt, die ungeschminkte Realität des Bauens. Vor zwölf Jahren setzte ein schwerer Autounfall dem ein Ende — seither ist er ab dem Hals abwärts gelähmt.
Was danach kam, ist der eigentliche Kern des Artikels. Richard hat seine Arbeit nicht aufgegeben, sondern verlagert: von der Baugrube an den Bildschirm. Die Handapplikation, mit der er heute konstruiert, hat er selbst entwickelt und ausgedruckt, weil ihm die verfügbaren Hilfsmittel nicht genau genug waren. Den Weg zurück ins Bauwesen fand er über die Malerei und über Online-Tutorials.
Heute ist er auf 3D-Modellierung, Architektur-Visualisierung und Animation spezialisiert und schreibt eigene Plugins, die KI-Funktionen direkt in SketchUp und Blender bringen. Was in der Software fehlt, baut er selbst.
Was das für ein Bauvorhaben bedeutet
Die Seite in der Allgäuer Zeitung nimmt den zweiten Faden auf: was diese Kombination aus Baupraxis und digitaler Planung für Bauherren ändert.
Wer wissen will, wie stabil eine Tragwerksverbindung sein muss, kann sie berechnen. Oder er hat sie, wie Richard, dutzende Male mit den eigenen Händen montiert. Dieses Wissen steckt in jedem Modell, das bei uns entsteht — noch bevor es fotorealistisch gerendert wird.
Darauf setzt die Visualisierung auf. Über die Unreal Engine werden aus den Planungsdaten begehbare Welten: Bauherren und Investoren gehen per Videocall oder VR-Brille durch ihr Gebäude, bevor der erste Spatenstich gesetzt ist. Gerade bei Projekten, die sich in der Beschreibung schwer vermitteln lassen — ein Hanggrundstück mit besonderer Aussicht, ein verwinkelter Bestandsbau — wird so früh sichtbar, was später gebaut wird. Planungsfehler fallen auf, solange sie noch nichts kosten, und die Genehmigungsbehörde bekommt Unterlagen, die man ohne Erklärung versteht.
Dazu kommen die Rollen im Büro, die sich ergänzen: Richard bringt die bautechnische Tiefe in jedes Modell, Waleed Ilyas bearbeitet Entwurf, Genehmigungsplanung und Ausführung über alle HOAI-Leistungsphasen, und ich halte die Fäden bei Behörden und Bauherren zusammen.
Worum es am Ende geht
Bei aller Technik bleibt der Maßstab derselbe — so steht es in beiden Artikeln, und so meinen wir es auch:
„Uns interessiert, dass das, was wir planen, nicht nur ästhetisch, sondern auch realistisch umsetzbar und bezahlbar ist. Beides gehört zusammen."
Ein Rendering, das schöner ist als das, was am Ende gebaut werden kann, hilft niemandem. Die Visualisierung ist bei uns kein Verkaufsbild, sondern ein Prüfwerkzeug.
Beide Beiträge lesen
Die Doppelseite aus dem Allgäuer Portraitmagazin und die Seite aus der Allgäuer Zeitung stehen mit freundlicher Genehmigung der Alpen-Verlagsgruppe auf unserer Presseseite. Dort finden Redaktionen auch Bildmaterial, Themenvorschläge und den direkten Kontakt.
Danke an Jasmin Lutz für das Portrait und an beide Redaktionen für die Zeit.
